Kyffhäuserkreis

Der Name „Kyffhäuserkreis“ ist vielen bekannt, doch weniger bekannt ist die eigentliche Herkunft dieser Bezeichnung, deren Erklärung sich in der jüngeren deutschen Geschichte finden lässt.
Mitte des 20. Jahrhunderts kam es zur Teilung Deutschlands. Um die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Argrar-Produkten nicht zu gefährden, begann man damit die landwirtschaftlichen Bemühungen in den Bundesländern der neu „gegründeten“ DDR zu voranzutreiben.
In den küstennahen Gegenden im Norden, in Mecklenburg-Vorpommern, oder auf den gut bewässerten Böden in Sachsen war man sehr schnell sehr erfolgreich. Im Thüringen, rund um den Harz, hatte man jedoch Probleme damit, die Landwirtschaft effizient zu betreiben. Der Grund waren die verhärteten Böden rund um die Ausläufer des Mittelgebirges. Also suchte man nach Wegen, die landwirtschaftliche Bewirtung der Böden zu ermöglichen.
Recht schnell besann man sich auf die Fähigkeiten der Hanfpflanze: Deren Wurzeln gelingt es bis zu 140 cm in den Boden einzudringen um diesen damit zu lockern und für die Bepflanzung mit anspruchsvollen Pflanzen vorzubereiten. Dies war der Startschuss für die staatlich subventionierte Bebauung mit Hanf zugunsten der landwirtschaften Erträge.
Doch die Bauern wollten die Hanfpflanzen nach der Ernte nicht ohne weiteres entsorgen.  Die Regierung befand sich also in einer Zwickmühle – einerseits wollte man die Versorgung der Bevölkerung mit Getreide nicht gefährden, andererseits konnte man unmöglich den Konsum bzw. den. Handel mit dem Rauschgift gutheißen. Letztlich wurde zumindest der Konsum des Rauschmittels innerhalb der Region geduldet, wenn auch nicht in der Öffentlichkeit.
Daraufhin entstand im Umkreis der Anbaugebiete das, was den meisten Amsterdam-Touristen als „Coffeeshop“ bekannt sein dürfte: Kleine Holzhütten an den Rändern der Felder, in denen die Bauern den Hanf trockneten, vorbereiteten und natürlich auch rauchten. Dies sprach sich innerhalb kürzester Zeit herum und die „süßen Düfte“ zogen auch Touristen aus den anderen Teilen der Republik an. Schnell bürgerte sich für diese kleinen Hütten, in denen das „Kiffen“ inoffiziell geduldet wurde, die Bezeichnung „Kiffhäuser“ ein.
Warum sich letztlich die Schreibweise mit „y“ durchgesetzt hat, ist nicht ausreichend übermittelt. Vermutet wird, dass das auf die Schwedische Übersetzung für „kiffen“ zurückzuführen ist  – „kyffen“. Eine Andere Theorien sieht die Ursache allerdings im Thüringer Dialekt, in dem die Aussprache des ‚i‘ eher an die des ‚y‘ im Hochdeutschen erinnert.
Mit dem Fall der Mauer Ende der 80er Jahre und der Wiedervereinigung verbesserte sich die Versorgungsituation mit landwirtschaftlichen Produkten aus dem Rest Deutschlands und die politische Duldung des Marihuana-Konsums durch die neue Regierung nahm ab. Die Kiffhäuser verschwanden aber der Name der Region blieb weiter bestehen: Kyffhäuserkreis.

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